WOHNEN JENSEITS DES STANDARDS

 

FORSCHUNGSPROJEKT IM AUFTRAG DER WÜSTENROT STIFTUNG

Ziel des Forschungsprojekts ist die Untersuchung innovativer Lösungen für bedürfnisgerechte und differenzierte Wohnangebote. Die Ausgangsthese lautet, dass experimentierfreudige Akteure (z.B. Baugruppen oder junge Genossenschaften) als Pioniere Fragestellungen bearbeiten und Lösungen testen, die auch für die Breite des Wohnungsmarktes relevant sind. Die Uminterpretation von Standards ist in den „Innovationsfeldern des Wohnens" ein zentrales Thema. Denn bei begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen entstehen Gestaltungsspielräume nur dann, wenn Grenzen neu ausgelotet werden. 

 

Drei aufeinander aufbauende Schritte im Forschungsprozess – 1) Fallstudien, 2) Fallvergleich, 3) Transferimpulse – werden in einer Buchpublikation münden. Von Juli 2017 bis Februar 2018 wurden in 15 Fallstudien ausgewählte experimentierfreudige Akteure und deren realisierte Wohnungsbauprojekte im deutschsprachigen Raum untersucht. Die untersuchten Wohnungsbauten weisen zahlreiche Innovationen auf – nicht nur baulich und technisch, sondern auch sozial, ökonomisch und kulturell.

 

Der qualitative Forschungsansatz fokussiert auf Interviews mit den wichtigsten Projektbeteiligten: Nutzer, Bewohner, Planer, Berater, Bauherren und Verantwortliche der Kommunen. Neben den innovativen Lösungsansätzen selbst werden die ökonomischen, sozialen und kulturellen Treiber sowie die Aushandlungs- und Abwägungsprozesse in der Projektgenese beleuchtet. Zugleich wird die langfristige Wohnqualität in den Blick genommen: Welche innovativen Lösungen bewähren sich im Lebenszyklus der Immobilie und überdauern damit die individuellen Absichten und Impulse der Nutzer, Entwerfer und Projektentwickler zu Projektbeginn? Welchen Mehrwert haben sie für die Beteiligten, aber auch das Quartier oder Dorf? Was haben die Akteure selbst gelernt?

 

Im Fallvergleich zeigen sich wesentliche Innovationsfelder, die von allen oder mehreren Projekten bearbeitet werden. Der Präzisierung und Diskussion dieser zentralen Forschungsergebnisse dient ein Workshop am 09.07.2018 in Frankfurt/Main. Anschließend werden daraus Transferimpulse für konventionelle Akteure der Wohnungswirtschaft, etwa ältere Genossenschaften und öffentliche Wohnungsbauunternehmen, generiert. Ein Lernen von den Erfahrungen innovativer Akteure soll einer stärkeren Differenzierung, Flexibilisierung und damit verknüpften individuellen Wahlfreiheit und Bedarfsgerechtigkeit des Wohnangebots dienen.

 

Untersuchte Fallstudien:

– Hardturm & Zwicky Süd der Genossenschaft Kraftwerk1 (Zürich)

– Johann-Fichte-Straße & Limmatstraße der WOGENO (München)

– WOGE und ARCHE im Sonnenhof (Freiburg) und DOMA (Straußberg) als Projekte des Mietshäuser Syndikats

– Haus NOAH, Pilotprojekt der BASF Wohnen+Bauen (Ludwigshafen)

– Allengerechtes Wohnen, Bürgerstiftung Burgrieden (Burgrieden)

– Dennewitz 1, Baugruppe (Berlin)

– Mietergenossenschaft Falkenried-Terrassen (Hamburg)

– Open House (Hamburg), eine Kooperation von Baugemeinschaft Schipperort e.V., Schanze eG und STEG Hamburg

– Kaiserbacher Mühle, Baugruppe (Klingenmünster)

– 23 Riesen e.V. (Potsdam), Teil des Martinswerk e.V., auf einem Grundstück der Stiftung trias

– Wohnprojekt Wien, Verein für Nachhaltiges Leben (Wien)

– Alte Weberei Carré, Baugruppe (Tübingen)

 

Forschungsprojekt im Auftrag der Wüstenrot Stiftung

 

Ort: deutschsprachiger Raum

Auftraggeber: Wüstenrot Stiftung

Mitarbeit: Andreas Bernögger, Leila Unland, Bernadette Brunner, Jana Linßen, Fabiola Benninger

Zeitraum: 2017-2018

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