Architektur
Wohnraum gestalten
Status:abgeschlossen
Zeitraum:2021-2025
Ort:Schwaigern (Baden-Württemberg)
Auftraggeber:privat
Projektteam:Jan Kurz, Christiane Müller, Natalie Muhr, Annika Grimann
Leistungsphasen:1-7

Neubau zweier Mehrfamilienhäuser

Zwei Stadtbausteine mit insgesamt 12 Wohnungen für Schwaigern

Zwei kompakte Wohnhäuser mit zwölf Wohnungen bieten an der Schwaigerner Stadtmauer hochwertigen Wohnraum, prägen das Stadtbild und ermöglichen flexible Grundrisse. Ein gemeinsames Material– und Farbkonzept verbindet die Gebäude zu einem Ensemble – ressourcenschonend, robust und zukunftsfähig.

Wohnen an der Stadtmauer

In Schwaigern, Baden-Württemberg, entstehen zwei markante Wohnhäuser mit insgesamt zwölf Wohnungen. Sie setzen neue Maßstäbe für nachhaltiges und zukunftsfähiges Bauen. Direkt an der historischen Stadtmauer und mit Blickbeziehungen zueinander fügen sie sich selbstverständlich ins Umfeld ein und stärken die angrenzenden Plätze.

Die beiden kompakten Stadtbausteine nutzen die begrenzten Grundstücke effizient und schaffen robuste, langfristig flexibel nutzbare Wohnräume. Fließende Grundrisse, dreiseitige Orientierung und vielfältige Ausblicke verleihen den Wohnungen hohe räumliche Qualität. Großzügige private Freibereiche erweitern das Wohnen nach außen und verbinden Innenraum, Stadtraum und Landschaft.

Ein gemeinsames Farb- und Materialkonzept stiftet Zusammengehörigkeit, ohne die Eigenständigkeit der Gebäude zu überformen. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie qualitätsvoller, ressourcenschonender Wohnungsbau auch auf kleinen innerstädtischen Grundstücken identitätsstiftende Orte schafft.

Lageplan der zwei Stadtbausteine entlang der Stadtmauer

Erster Bauabschnitt

Der kostenoptimierte, schlichte Baukörper nimmt die Baulinien des Altstadtensembles auf und gewinnt durch hofseitige Loggien an Lebendigkeit. So entsteht ein spannungsvolles, asymmetrisches Volumen. Die Architektur greift lokale Bautraditionen auf und verankert das Gebäude direkt an der historischen Stadtmauer als identitätsstarken Stadtbaustein. Eine kalte Erschließung führt zu sechs Wohnungen, deren offene Wohnräume sich über die gesamte Fassadenbreite erstrecken und zur vorgelagerten Loggiazone öffnen. Zur Straßenseite liegen gleichwertig nutzbare Individualräume, deren Privatheit sich mit Faltläden steuern lässt. Die dreiseitige Orientierung der Wohnungen eröffnet vielfältige Ausblicke. Im Dachgeschoss schafft das KLH-Faltwerk besondere Raumformen. Die robusten, flexibel nutzbaren Grundrisse bieten auf 430 m² Wohnfläche ein urbanes Angebot für verschiedene Zielgruppen.

1. Bauabschnitt | Grundriss Erdgeschoss
1. Bauabschnitt | Querschnitt

Zweiter Bauabschnitt

Nur wenige Meter vom ersten Stadtbaustein entfernt steht das zweite Gebäude direkt an der Stadtmauer. Durch die hervorgehobene Lage an einem begrünten Platz erhält es ein zusätzliches Geschoss. Auf polygonalem Grundriss entstehen robuste, vielseitig nutzbare Wohnungen mit fließenden Räumen und Bezug zur öffentlichen Grünfläche. Balkone, eine Dachterrasse und ein atriumartiger Hof schaffen individuell nutzbare Freiräume. Wegen des knappen Grundstückszuschnitts liegen die Stellplätze im Erdgeschoss. Die Materialität des Gebäudes nimmt Bezug auf den ersten Stadtbaustein. Die sechs Wohnungen bieten insgesamt 500 m² Wohnfläche. Das gesamte Gebäude erfüllt den Effizienzhaus-55-Standard und nutzt eine Wärmepumpe zur Beheizung.

2. Bauabschnitt | Grundriss Erdgeschoss
2. Bauabschnitt | Grundriss Regelgeschoss