GEWERBE & STADT

 

18.12.2017

PROJEKTABSCHLUSS UND VERÖFFENTLICHUNG

Veröffentlichung Broschüre Werkzeugkasten Gewerbe & Stadt

 

Management Summary


Das Projekt „Gewerbe & Stadt – Gemeinsam Zukunft gestalten“ untersuchte neue räumliche Potenziale zwischen Gewerbeentwicklung und Stadtentwicklung im Quervergleich guter und innovativer Praxisbeispiele europäischer und ausgewählter amerikanischer Stadtregionen. Die Ergebnisse wurden anschließend für die Strategieentwicklung ausgewählter Areale in Stadt und Region München genutzt.

 

In der dynamisch wachsenden Region München sind nicht nur der quantitative Ausbau und die qualitative Weiterentwicklung von Wohnen und verkehrlicher sowie sozialer Infrastruktur gefragt, sondern auch das Verhältnis von Gewerbe & Stadt ist immer wieder neu zu überdenken. Gewerbeentwicklung ist ein wesentlicher Motor der Stadt- und Regionalentwicklung. Erwerbsarbeit ist ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität in der Stadt und Region. Gewerbe umfasst unter anderem High-Tech Unternehmen, wissensintensive Dienstleister, Nahversorgung und lokales Handwerk. Dabei steht die ökonomische Sicherung des Standorts einerseits wie auch die sichtbare und erlebbare Gestaltung von städtischen Arealen und Quartieren anderseits im Mittelpunkt.

 

Die „produktive Stadt“ ist seit einigen Jahren in die Aufmerksamkeit der Fachdiskussion in Raum- und Stadtplanung gerückt. Dabei geht es um die Rückkehr von Arbeitsplätzen – nicht nur als Büronutzung – in zentrale, gemischte Lagen der Stadtregion. Die Abkehr von der funktional getrennten Stadt wird durch eine Vielzahl von Entwicklungstrends befördert. So bringen neue Technologien Produzenten und Konsumenten in Stadt und Region in ein neues Verhältnis und bei der Standortwahl von Unternehmen und privaten Haushalten zeigt sich der zunehmende Wunsch nach einer neuen, räumlichen Nähe von Wohnen und Arbeiten. Die fachliche Diskussion ist da, doch wie steht es mit konkreten Projekten? Wesentliches Ziel des Kooperationsprojekts „Gewerbe & Stadt“ war es, von laufenden und realisierten Projekten zu lernen und räumliche Strategiepläne für konkrete Areale in der Stadt und der Region München zu entwickeln.

 

Soll die verbesserte Verknüpfung von Gewerbe & Stadt gelingen, gilt es zunächst, Thema und Aufgabe konkreter zu fassen. Mit Hilfe folgender sechs Kriterienbereiche sind (fach-)planerische, organisatorische und rechtliche Aufgabenstellungen am Standort zu identifizieren: Nutzungen und Nutzer am Standort, Flächen und Ressourcen, Einbindung und Anbindung, Akteure und Organisatoren des Standorts, Prozess und zeitlicher Entwicklungspfad sowie rechtlicher Rahmen. Fünf Perspektiven bringen die Bedürfnisse und Ansprüche unterschiedlicher Akteursgruppen rund um den Standort ins Gespräch, zum Beispiel: Kommunen sollten fragen: Was ist die langfristige Perspektive am Standort – über den Geschäftszyklus einzelner Unternehmen hinaus? Unternehmen müssen klären: Welche Expansionsmöglichkeiten bestehen im Areal? Arbeitnehmer wollen wissen: Welche Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten bieten sich nahe dem Arbeitsplatz? Ersteller prüfen: Ist eine zeitnahe Entwicklung des Areals möglich? Stadtnutzer bringen zur Sprache: Was gibt das Areal der Nachbarschaft zurück?  

 

Auf dieser Basis wurden 61 innovative Praxisbeispiele europäischer und ausgewählter amerikanischer Stadtregionen recherchiert und in einem Überblick zusammengetragen. Dabei zeigt sich eine Bandbreite unterschiedlicher Herausforderungen in den verschiedenen Städten, welche zu einer großen Projektvielfalt führt, die sich nicht auf wenige (Ideal-)Typen reduzieren lässt. Darauf aufbauend wurde ein Werkzeugkasten als modularer Ansatz für ein fallbezogenes Lernen entwickelt. Die innovativen Impulse der recherchierten Praxisprojekte liefern Anregungen für die spezifischen Aufgaben der Areale in Stadt und Region München. Die Systematisierung jener innovativen Impulse führt zu elf Werkzeugen, die sich vier Megathemen zuordnen lassen.

 

Wertschöpfung stellt den gemeinsamen Ausgangspunkt aller Projekte dar. Ein fruchtbares Umfeld für ökonomische Aktivitäten wird durch die von der unternehmerischen Logik mit ihren nach Branchen spezifischen Standortanforderungen und Standortentscheidungen geprägt. Das Megathema Fläche und Raum bringt die räumlichen Bedürfnisse verschiedener Branchen und Nutzerperspektiven in Gespräch. Anbindung und Einbindung dreht sich um die Verknüpfung des einzelnen Standorts in der Stadt und Region. Das Megathema Steuerung zeigt, wie Kooperationen und koordiniertes Handeln Mehrwert für Gewerbestandorte schaffen.

 

Der Werkzeugkasten wurde anschließend auf sechs ausgewählte Areale in Stadt und Region München angewandt, um im Bestand wie in der Neuentwicklung funktionale und räumliche Entwicklungsmöglichkeiten im Dialog von Gewerbe- und Stadtentwicklung aufzuzeigen. Dabei stehen die elf Werkzeuge in enger Wechselwirkung. Als Antworten auf an einem Standort spezifische Herausforderungen und Potenziale lassen sich passgenaue Handlungspakete schnüren. Diese entfalten im Sinne von Wertschöpfungsketten zeitlich aufeinander aufbauend Wirkungen und befördern eine räumliche und funktionale Transformation gewerblicher Standorte.

 

Der Mehrwert des Werkzeugkastens zeigt sich auf drei Ebenen:

 

Wissenstransfer innovativer Praxisprojekte außerhalb und innerhalb der Metropolregion München,

– Förderung der Strategieentwicklung für konkrete Areale mit einer proaktiven Rolle der Kommunen und einem prozessualen Verständnis der Entwicklung und

Qualitätssicherung, um im stadtregionalen Dialog qualitativ hochwertige gewerbliche Standorte gemeinsam zu vermarkten und zur Nachahmung anzuregen.

 

Projektpartner und Projektbearbeiter bringen sich mit dem Werkzeugkasten aktiv in die fachöffentliche Diskussion und weitere Vernetzung der Akteure in der Metropolregion München ein.

 

Projektpartner

Landeshauptstadt München

Business Campus Management GmbH

Gemeinde Haar

Gemeinde Neufahrn

Stadt Unterschleißheim

 

Projektbearbeiter

STUDIO I STADT I REGION

4architekten GbR

Dr. Agnes Förster, Susanna Knopp, 

Jan Kurz, Markus Wassmer

Dom-Pedro-Straße 7

80637 München

 

Technische Universität München

Lehrstuhl für Raumentwicklung

Prof. Dr. oec. Alain Thierstein

Arcisstraße 21

80333 München

 

Förster, Agnes; Wenzel, Stephanie; Thierstein, Alain; Gilliard, Lukas; Scholze, Lea; Brunner, Bernadette (2017): Gewerbe & Stadt. Gemeinsam Zukunft gestalten. München.

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